Dünn-, Mittel- oder Dickbett? Wahl der geeigneten Bettung für Fliesen und Platten
Fliesen und Naturwerksteine werden seit Jahrhunderten als beliebter Oberbelag im Bauwesen und in der Innenarchitektur verwendet. Ihre Vielseitigkeit und Langlebigkeit machen sie ideal für vielfältige Anwendungen. Beim Verlegen sind unterschiedliche Techniken möglich, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Zu den gängigen Methoden gehören die Dünn-, Mittel- und Dickbettverlegung.
Dünnbettverlegung
Die Dünnbettverlegung ist die am häufigsten verwendete Verlegetechnik im modernen Fliesenbau und wird geregelt durch die DIN 18157.
- Einsatz bei allen Fliesenformaten, besonders bei Großformat und in feuchtigkeitsbeanspruchten Bereichen
- Mörtelschichtdicke: ca. 3–5 mm
- Untergrund muss ausreichend eben sein (Estrich, Putz, Spachtelung)
Kombiniertes Verfahren / Buttering-Floating
- Dünnbettmörtel wird auf Fliesenrückseite und Untergrund aufgetragen
- Vollflächige Bettung und hohe Kontakthaftung
- Minimiert Feuchtigkeitsansammlungen, Ausblühungen und Frostschäden (z. B. auf Terrassen/Balkonen)
Normen und Klassifizierung
Dünnbettmörtel müssen der DIN EN 12004 entsprechen.
- Typen: zementär (C), Dispersionsmörtel (D), Reaktionsharzmörtel (R)
- Klassifizierung: Haftfestigkeit (C1/D1/R1 oder C2/D2/R2), Durchbiegung (S1 oder S2)
- Zusätzliche Eigenschaften: verringertes Abrutschverhalten (T), verlängerte klebeoffene Zeit (E), schnelle Erhärtung (F)
Beispielprodukt:
Sopro megaFlex TX Silver – C2 FTE S2 (zementär, hohe Haftfestigkeit, schnelle Erhärtung, standfest, lange klebeoffen)
Mittelbettverlegung
Wird angewendet bei:
- Unebenheiten im Untergrund
- Natur- oder Betonwerksteinbelägen mit unterschiedlichen Plattendicken
Eigenschaften:
- Schichtdicke: 5–20 mm
- Gröberes Kornband, gute Verarbeitung
- Ausgleich von Unebenheiten und Plattendickentoleranzen ohne zusätzliche Spachtelung
- Verlegung von großen, schweren Werksteinplatten ohne Absacken
Dickbettverlegung
Traditionelle Methode, heute fast nur noch bei Natur-/Betonwerksteinplatten oder im Rüttelverfahren.
- Mörtelschichtdicke: > 20 mm
- Eigenmischung aus Sand, Zement und Wasser auf der Baustelle
- Qualität stark abhängig vom Geschick des Verlegers
- Lange Trocknungs- und Erhärtungszeiten
Referenzobjekt
Autohaus Löhr, Wiesbaden
Systemlösung aus dem Projekt vorgestellt:










