Zirkulär und ressourcenschonend bauen
© Henrik Schipper
Zirkuläres Bauen wird zunehmend zum Schlüsselkonzept für eine nachhaltige Architektur. Ressourcenschonung durch flexible Umnutzung, Rückbaubarkeit und Wiederverwendung stehen dabei im Fokus. Als Hersteller hochwertiger Schalter- und Gebäudetechnik trägt JUNG mit langlebigen Produkten, teils aus Recyclingmaterial oder mit Cradle-to-Cradle-Zertifizierung, zur Umsetzung dieser Prinzipien bei.
Ob durch den Einsatz bereits recycelter oder künftig wiederverwendbarer Materialien, modularer und rückbaubarer Bauelemente oder durch die Entscheidung für Sanierung und Umnutzung statt Neubau – viele innovative Projekte zeigen, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Materialien und Bestand neue und kreative Ansätze im Bauwesen ermöglicht. Eine allgemeingültige Lösung für das Bauen im Kreislauf gibt es nicht: Die Arbeit mit vorhandenen Materialien, bestehenden Strukturen und örtlichen Gegebenheiten macht jedes Projekt zu einem Unikat. Zirkuläre Architektur entsteht durch kreatives Denken, intelligente Planung und mutige Umsetzung. Gerade diese geforderte Anpassungsfähigkeit – sowohl der Architektur als auch der Planungsbeteiligten – ist der Schlüssel, um ressourcenschonende Gebäude zu schaffen, die bereits mehrere Nutzungszyklen hinter sich oder noch vor sich haben. Bauprodukte aus Recyclingmaterial oder solche mit Cradle-to-Cradle-Zertifizierung unterstützen die Erreichung der Projektziele.
Zirkuläres Bauen mit JUNG
Oft sind es nicht nur die großen baulichen Maßnahmen, sondern viele kleine Entscheidungen, Details und Produktlösungen, die dazu beitragen, eine architektonische Idee ganzheitlich zirkulär umzusetzen. Zum Beispiel Schalter und Steckdosen: Diese alltäglichen Elemente der Gebäudeinfrastruktur leisten einen wichtigen Beitrag, nachhaltiges Bauen zu fördern und das Prinzip der Kreislaufwirtschaft konsequent anzuwenden. Aus hochwertigen und robusten Materialien gefertigt, überzeugen die Schalter und Steckdosen von JUNG nicht nur durch ihr zeitloses Design, sondern auch durch ihre Langlebigkeit. Beim Schalterklassiker LS 990 und weiteren Programmen in Alpinweiß verfolgt JUNG das Cradle-to-Cradle-Prinzip. In einem aufwendigen Verfahren wird sichergestellt, dass alle Produktbestandteile am Ende ihres Nutzungszyklus entweder vollständig in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder im technischen Kreislauf verbleiben. Schalter und Steckdosen aus Rezyklat bestehen aus aufbereiteten Kunststoffabfällen. JUNG bietet sie in den Schalterprogrammen A CREATION, A 550 und A FLOW in Anthrazit matt an; sie bestehen zu 95 Prozent aus Rezyklat.
Innovativ und ressourcenschonend: Drei JUNG Umbauprojekte im Fokus
Eindrucksvolle Beispiele für die Vielfalt des zirkulären Bauens finden sich in JUNG Referenzprojekten wie dem Walderlebniszentrum Leupoldishain von FRIDA Architekten, dem Kresings Studio in Münster von KRESINGS oder dem Wohnhaus Ruperti in Tittmoning von VPR Architekt:innen mit Charlotte Reith. Jedes dieser Gebäude zeigt auf seine Weise, wie mit unterschiedlichen Strategien Rohstoffe im Kreislauf gehalten werden können. Durch durchdachte Nutzungskonzepte, ästhetische Gestaltung und moderne Technik sind die Umnutzungs-, Ersatzbau- und Sanierungsprojekte für eine weitere Nutzungsphase gerüstet. Mit Lösungen für eine effiziente Elektrotechnik und intelligentes Gebäudemanagement tragen JUNG Produkte auch im Betrieb dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
Walderlebniszentrums, Leupoldishain
FRIDA Architekten, Dresden
Das von FRIDA Architekten aus Dresden realisierte Veranstaltungs- und Schulungsgebäude des Walderlebniszentrums am Ortsrand von Leupoldishain bei Königstein ersetzt einen baufälligen Vorgängerbau, der zurückgebaut wurde. Der Holzbau dient dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Nationalparkregion Sächsische Schweiz als waldpädagogische Einrichtung und wird vor allem von Schulklassen genutzt. Fast das gesamte Holz für Konstruktion und Fassade stammt aus Waldpflegemaßnahmen der Forstbezirke in der Sächsischen Schweiz und wurde in regionalen Sägewerken verarbeitet. Die Holzkonstruktion wurde sortenrein ausgeführt und kann nach der Nutzungsphase ausgebaut und in den zirkulären Kreislauf zurückgeführt werden. Soweit möglich wurden zudem Materialien aus dem rückgebauten Vorgängerbau wiederverwendet – etwa Pflastersteine oder Küchenmöbel.
© Architektur: FRIDA Architekten, Foto: Henrik Schipper
Die Raumwirkung wird maßgeblich durch die Materialität des Holzes geprägt, akzentuiert durch kräftige Farbakzente in Grün und Gelb. Das Farbkonzept orientiert sich an Tönen, die auch im Sachsenforst zu finden sind. Dafür wurde auf die Farbpalette Les Couleurs® Le Corbusier zurückgegriffen, die auf reinen Naturtönen basiert. Damit wurden Einbauten wie Geländer, Lampen, Schalter und Steckdosen gestaltet. Für letztere kamen ein leuchtendes Gelb (4320W le jaune vif) und ein gedecktes Grün (4320G vert 59) aus dem Programm LS 990 Les Couleurs® Le Corbusier von JUNG zum Einsatz. Aus der gleichen Farbpalette konnten auch die Türdrücker von FSB gewählt werden, sodass bei gleicher Einbauhöhe harmonische und präzise gesetzte Farbakzente entstehen. Das Walderlebniszentrum Leupoldishain ist ein prägnantes Beispiel für nachhaltiges Bauen und den bewussten Umgang mit regionalen Ressourcen. Es verbindet moderne, kindgerechte Architektur mit traditioneller Bauweise.
KRESINGS Studio, Münster
KRESINGS, Münster
Die neuen Büroräume von KRESINGS befinden sich im Hauptfabrikgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Kornbrennerei im Hansaviertel von Münster. Die frühere industrielle Nutzung des Komplexes zeigt sich bis heute in der hanseatischen Backsteinarchitektur mit dem markanten Schornstein. Die Innenarchitektur inszeniert bewusst den Kontrast zwischen Alt und Neu. Dicke Wände, sichtbares Backsteinmauerwerk und schwere Holzbalken treffen auf viel Weiß, klare Kanten, glatte Flächen und geometrische Formen. Kreisrunde Wandöffnungen im Innenraum, kubische Möbel, Wandelemente und Einbauten in Primärfarben setzen radikal reduzierte Akzente. Passend zur schlichten Formensprache des Interior Designs wurde das Schalter- und Steckdosenprogramm LS 990 von JUNG eingesetzt – in Alpinweiß und C2C-zertifiziert auf Putz sowie und in Blau “bleu outremer foncé“ aus dem Programm Les Couleurs® Le Corbusier in der farbig leuchtenden Küchenzeile im gleichen Farbton.
© Architektur: KRESINGS, Foto: Henrik Schipper
Die Umnutzung des Gebäudes zeigt, wie sensible Sanierungen zukunftsorientiertes Bauen fördern können, indem sie historische Substanz bewahren und moderne Elemente harmonisch integrieren.
Ruperti, Tittmoning
VPR Architekt:innen, München, in Zusammenarbeit mit Charlotte Reith
Der Umbau eines Heustadls aus dem Jahr 1873 in Tittmoning zu einem Wohn- und Werkstatthaus für eine Großfamilie ist ein eindrucksvolles Beispiel für die kreative Umnutzung bestehender Bausubstanz nach den Kriterien des ressourcenschonenden, regionalen und zirkulären Bauens. VPR Architekt:innen schufen in Zusammenarbeit mit Charlotte Reith ein modernes Objekt mit rustikalem Charme. Durch die Weiternutzung der vorhandenen Struktur konnten nicht nur Materialien eingespart, sondern auch die kulturelle Identität des Ortes bewahrt werden. Das zusätzlich benötigte Holz, unter anderem für neue Innenwände und die Fassade, stammt aus dem eigenen Wald der Bauherrenfamilie. Viele Arbeiten – etwa die Dacheindeckung, das Errichten der Lehmputzwände oder die Herstellung der Küchenfliesen – wurden in Eigenleistung ausgeführt.
© Architektur: VPR Architekt:innen mit Charlotte Reith, Foto: Sebastian Schels
Der Umbau folgt einem fast poetischen Ansatz, der die alten Schichten und Geschichten des Gebäudes freilegt und ihnen zugleich ein neues Gewand gibt. Die neue Raumstruktur wurde als Haus-in-Haus-Konstruktion in Holzständerbauweise in die bestehende Scheunenhülle eingefügt. Der Anspruch an Zirkularität und verantwortungsvolles Bauen setzt sich bis zur Wahl der Elektroinstallation fort. Für Steckdosen und Schalter kam das Cradle-to-Cradle-zertifizierte JUNG Programm LS 990 in Alpinweiß zum Einsatz. Die Produkte können nach ihrem Nutzungszyklus vollständig in den technischen Kreislauf zurückgeführt werden. Das Projekt Ruperti schafft Raum für zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten im ländlichen Kontext und verbindet regionale Bautradition mit modernem Design.










