Das Bauen im Bestand ist eine eigenständige Entwurfsaufgabe, die die vorhandene Bausubstanz nicht als Einschränkung, sondern als Ressource begreift. Die Bandbreite reicht von punktuellen Eingriffen bis zur umfassenden Transformation. Mit der baulichen Veränderung stellen sich auch Fragen an die technische Ausstattung: Wie lässt sie sich ergänzen, ohne unnötig in die vorhandene Substanz einzugreifen? Und wie kann sie sich gestalterisch in das Konzept einfügen?
Eine Antwort darauf gibt die ehemalige Maschinenhalle eines Umspannwerks im Leipziger Stadtteil Connewitz. KO/OK Architektur hat die denkmalgeschützte Industriehalle von 1910 zu einem kombinierten Atelier-, Büro- und Veranstaltungsraum umgebaut. Statt eines klassischen Ausbaus setzt der Entwurf auf wenige gezielte Interventionen. Charakteristische Elemente wie die Stahlkonstruktion, die hohen Rundbogenfenster, der Hallenboden und vorhandene Gebrauchsspuren blieben erhalten.
Haus im Haus statt klassischem Ausbau
Im Zentrum des Entwurfs stehen zwei freistehende Haus-im-Haus-Volumen. Die leichten Holzkonstruktionen mit transluzenten Polycarbonat-Stegplatten bilden eigenständige thermische Einheiten und schaffen beheizbare Arbeitsbereiche innerhalb der Halle, ohne die Großzügigkeit des Bestandsraums zu beeinträchtigen. Der Raum zwischen den beiden Einbauten bleibt offen und wird als Begegnungs-, Veranstaltungs- und Erschließungsfläche genutzt. Auch konstruktiv orientieren sich die neuen Elemente am Bestand. Proportionen und Raster der historischen Fenster werden aufgegriffen, die Einbauten sind nur punktuell mit dem Gebäude verbunden. Die Maßnahmen wurden überwiegend mit Schraub- und Steckverbindungen ausgeführt und sind damit reversibel. So bleibt die denkmalgeschützte Struktur weitgehend unangetastet, während spätere Anpassungen weiterhin möglich sind.
Sichtbare Elektroinstallation mit LS CUBE
Das Prinzip der zurückhaltenden Eingriffe setzt sich bei der Elektroinstallation fort. Diese wurde sichtbar als Aufputzinstallation ausgeführt. Zum Einsatz kommen Schalter und Steckdosen aus dem JUNG Programm LS CUBE in Alpinweiß. Die Aufputzlösung ermöglicht eine flexible Leitungsführung, ohne dafür in die historische Bausubstanz eingreifen zu müssen. LS CUBE ist die Aufputzvariante des JUNG Designklassikers LS 990 und für Bereiche konzipiert, in denen eine Unterputzinstallation nicht möglich oder gewollt ist. Im Leipziger Projekt treffen die kubischen Schalter und Steckdosen auf eine reduzierte Materialpalette aus Holz, Stahl, Beton und Polycarbonat. Die sichtbare Elektroinstallation wird damit zum Bestandteil des Ausbaukonzepts.
Schonender Umgang mit dem Bestand
Architektonische Qualität entsteht aus dem präzisen Umgang mit dem Bestand. Die Maschinenhalle zeigt, wie sich eine neue Nutzung mit zurückhaltenden baulichen Eingriffen in ein denkmalgeschütztes Gebäude integrieren lässt. Historische Bauelemente, Gebrauchsspuren und der industrielle Charakter des Gebäudes wurden bewahrt, während die freistehenden Einbauten die für die neue Nutzung erforderlichen Arbeitsbereiche schufen. Mit der Aufputzinstallation von JUNG wurde dieser Ansatz bis in die Elektroausstattung fortgeführt: Neue Technik wurde ergänzt, ohne die Bausubstanz unnötig zu verändern.
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