Graben 22 in Linz

Restaurierte historische Straßenfassade mit Schaufenstern und denkmalgeschütztem Barockgiebel.

© Sprinz Paul

Mona Lenz und Edi P verstehen es seit jeher, Ihre Kund:innen zu verzaubern. Es sind die Kleidungsstücke und handgefertigten Hüte, die ausgestellt und verkauft werden, aber vor allem die Liebe zum Detail und die mitreißenden Hintergrundgeschichten, die die Beiden dazu
erzählen können.
Die Auftraggeber:innen sind in diesem Fall ein eingespieltes Team. Sie sind stilsicher und wussten genau, wie sie sich ihr neues Refugium vorstellen. Als Architekten haben wir in diesem Projekt lernen dürfen, hin und da gestalterisch zurückzutreten, um den Stil der Bauherr:innen
zu destillieren und diesen in gebaute Architektur zu übersetzen.
Unsere Aufgabe lag also nicht in der stupiden Umgestaltung, vielmehr darin, ein Gefühl für das Paar zu entwickeln und sie an der richtigen
Stelle zu bestärken, um mit umfassender Geste ihr Lebensgefühl in ein räumliches Gesamtkonzept zu gießen.

© Sprinz Paul

Graben 22 in Linz. Ein gut erhaltenes, denkmalgeschütztes Bürgerhaus soll dieses Spektakel beherbergen. Ursprünglich eine Kettenfabrik in der Linzer Innenstadt, nun die Bühne, die Mona und Edi bespielen, um ihre Besucher:innen für die Dauer ihres Aufenthaltes aus dem
Lebensalltag zu reißen.
Das historische Bürgerhaus beheimatete zuvor eine Damenboutique. Vertäfelungen und abgehängte Decken verschleierten den eigentlichen Charme des Gebäudes.
Das Hinterhaus, die frühere Werkstatt, ungenutzt und teils baufällig. Dazwischenliegend ein Verbindungsgang, gereiht um einen Innenhof mit großem Charme-Potential. Ziel war es, das gesamte Erdgeschoss für Besucher:innen erlebbar zu machen. So mussten sämtliche Verkleidungen weichen. Zum Vorschein kamen großzügige Schaufenster zur Straße hin und eine grandios erhaltene Dippelbaumdecke.
Eine Zonierung hat sich natürlich ergeben. Der Damenbereich in Crème gehalten, findet im Bürgerhaus statt.

© Sprinz Paul

Der Herrenbereich, etwas chaotischer und roh, ist in der alten Kettenwerkstatt erlebbar.
Der dazwischenliegende Gang wurde zum Wintergarten vergrößert. Eine Holzmassivdecke auf einer I-Trägerkonstruktion erhält das Flair der Kettenwerkstatt. Darin findet sich das kreisrunde Verkaufspult der ehemaligen Handschuhmanufaktur Röckl in München.
Dieser Ankunftsraum bildet die Klammer um die beiden Welten der Betreiber. Vom stark frequentierten Graben aus führt der Zugang am Jugendstiltor vorbei und eröffnet den Blick auf den neu geschaffenen Raum als Link zwischen den doch so unterschiedlichen denkmalgeschützten Räumlichkeiten.
„Wöd“ (=Welt), wie Edi sagen würde.

© Sprinz Paul

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn mit Deinen Kollegen:

Du hast Fragen zu diesem Beitrag?

Hast Du Fragen zu diesem Beitrag von unserem Partner? Dann kontaktiere uns gerne über das untenstehende Formular! Deine Ansprechpartnerin ist Arrita.

Nach oben scrollen

Werde kostenlos ein Teil vom WLB-Netzwerk!

Wir informieren Dich regelmäßig über unser Fortbildungsangebot sowie die aktuellen Neuheiten aus der Baubranche.

Du kannst den Newsletter jederzeit über den Abmeldelink in unserem Newsletter abbestellen. Für weitere Informationen lies bitte unsere Datenschutzerklärung.

Jetzt kostenlos für diese Fortbildung anmelden!