TREEPILOT: Baumbewässerung digital planen
Stadtgrün wird für lebenswerte Quartiere immer wichtiger. Gerade im Wohnungsbau, bei Außenanlagen und in kommunalen Projekten stehen Planerinnen und Planer zunehmend vor der Frage, wie Bäume auch unter veränderten klimatischen Bedingungen dauerhaft versorgt werden können. Längere Trockenperioden, Starkregenereignisse und versiegelte Flächen machen deutlich: Ein Baumstandort funktioniert nicht zufällig, sondern muss technisch, wasserwirtschaftlich und gestalterisch mitgedacht werden.
Digitale Unterstützung für zukunftsfähige Baumstandorte
Mit TREEPILOT von HAURATON rückt genau diese Schnittstelle stärker in den Fokus. Das digitale Planungstool unterstützt dabei, den Bewässerungsbedarf von Bäumen strukturiert zu erfassen und passende Systemlösungen für Regenwassernutzung und Substratrinnen zu dimensionieren. Damit wird ein Thema planbarer, das in vielen Projekten bisher oft erst spät oder nur überschlägig betrachtet wurde.
Der besondere Nutzen liegt darin, dass verschiedene Anforderungen zusammengeführt werden: Standortbedingungen, Wasserbedarf, technische Entwässerung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser. TREEPILOT kann so helfen, Baumstandorte nachvollziehbar zu planen und Entscheidungen besser zu dokumentieren. Für die Branche ist das relevant, weil blaugrüne Infrastruktur längst kein Zusatzthema mehr ist. Sie wird zu einem festen Bestandteil klimaangepasster Planung, insbesondere in dicht bebauten Wohnquartieren.
Chancen für Planung, Ausführung und Betrieb
Für Bauherren, Landschaftsarchitektur, Tiefbau und Fachplanung entstehen durch solche digitalen Werkzeuge neue Möglichkeiten. Wer Baumstandorte frühzeitig in die Gesamtplanung integriert, kann Konflikte mit Leitungen, Verkehrsflächen oder Entwässerungssystemen reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Regenwassermanagement und Begrünung besser miteinander verbinden. Das verbessert nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern kann auch zur Entlastung der Kanalisation und zu resilienteren Außenräumen beitragen.
Wichtig ist jedoch, digitale Planungshilfen nicht als Ersatz für fachliche Bewertung zu verstehen. Entscheidend bleiben die konkreten Standortbedingungen: Bodenaufbau, verfügbare Wurzelräume, Baumartenwahl, Niederschlagsverteilung, Pflegekonzept und langfristige Zugänglichkeit der Systeme. Ein Tool kann Orientierung geben und Berechnungen vereinfachen, die planerische Verantwortung bleibt aber beim Projektteam. Gerade deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig interdisziplinär zu arbeiten und die spätere Bewirtschaftung mitzudenken.
TREEPILOT zeigt exemplarisch, wohin sich die Planung von Freiräumen und Infrastruktur entwickelt: weg von isolierten Einzellösungen, hin zu vernetzten Systemen, die Wasser, Grün und Bauwerk zusammendenken. Für den Wohnungsbau bedeutet das eine Chance, Außenanlagen nicht nur gestalterisch, sondern auch funktional und klimatisch wirksamer zu planen. Wer Baumstandorte heute robust auslegt, schafft langfristig Mehrwert für Bewohnerinnen und Bewohner, Kommunen und die gebaute Umwelt.
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