Skulpturale Stahlwendeltreppe als architektonisches Highlight
Architektur und Ingenieurkunst im Einklang
Im Zuge der Erweiterung des Verwaltungsstandorts der Blickle Räder+Rollen GmbH in Rosenfeld entstand ein modernes Kundenzentrum, das Funktionalität und gestalterischen Anspruch vereint. Im Mittelpunkt des Foyers steht eine freitragende Stahlwendeltreppe mit Glasgeländern, die nicht nur als verbindendes Element zwischen den Ebenen dient, sondern zugleich die architektonische Identität des Gebäudes prägt. Mit einer Höhe von rund zehn Metern und einer Ausführung über vier Geschosse wird die Treppenanlage zum zentralen Blickfang für Besucher und Nutzer gleichermaßen.
Die besondere Herausforderung lag darin, höchste gestalterische Ansprüche mit komplexen technischen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Aufgrund der Lage im seismisch sensiblen Bereich des Hohenzollerngrabens mussten sämtliche Konstruktionselemente präzise berechnet und untersucht werden. So konnte sichergestellt werden, dass sowohl die architektonische Vision als auch alle sicherheitsrelevanten Anforderungen zuverlässig erfüllt werden.
Komplexe Konstruktion mit präziser Detailausbildung
Die dreiläufige Wendeltreppe mit insgesamt 60 Steigungen basiert auf einer hochtragfähigen Stahlkonstruktion. Charakteristisch sind die gerundeten Kastenwangen, in die die Stufen als Faltwerk integriert sind. Während die innenliegende Wange zugleich als Brüstung mit integriertem Handlauf dient, nimmt die äußere Kastenwange die transparenten Glasgeländer auf.
Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal ist die schräg verlaufende Untersicht aus tragendem Stahlblech. Diese sorgt nicht nur für eine klare, reduzierte Formensprache, sondern trägt auch zur Optimierung des Schwingungsverhaltens bei. Ergänzt wird das Erscheinungsbild durch Ganzglasbrüstungen an den Deckenöffnungen sowie am auskragenden Steg im oberen Bereich, die Transparenz und Leichtigkeit unterstreichen.
Auch bei den Glasgeländern kamen projektspezifische Lösungen zum Einsatz: Da gebogene Ausführungen nicht vollständig durch Normen abgedeckt sind, erfolgte die Umsetzung auf Basis eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses. Dies ermöglichte eine technisch sichere und zugleich gestalterisch anspruchsvolle Realisierung ohne zusätzliche Einzelfallzustimmungen.
Ganzheitliche Projektabwicklung aus einer Hand
Von der ersten Bestandsaufnahme über die digitale 3D-Planung bis hin zur Fertigung und Montage wurde das Projekt vollständig durch die METALLART Treppen GmbH umgesetzt. Zum Leistungsumfang gehörten unter anderem präzise Vermessungen mittels 3D-Laserscanning, statische Berechnungen auf Basis von Finite-Elemente-Methoden sowie detaillierte Schwingungsanalysen.
Die Montage der vorgefertigten Bauteile erforderte ein exakt abgestimmtes Logistikkonzept, da die Installation bereits vor dem Innenausbau erfolgte. Durch den Einsatz spezialisierter Hebetechnik konnten die einzelnen Komponenten passgenau eingebracht und effizient montiert werden.
Das Ergebnis ist eine Treppenanlage, die nicht nur funktional überzeugt, sondern als skulpturales Element die architektonische Qualität des gesamten Gebäudes nachhaltig prägt.
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