Rohrabschottungen in der Praxis

Wie die Hilti CFS-C EL anspruchsvolle Rohrdurchführungen in Wand und Decke brandschutztechnisch absichert

CFS-C EL Brandschutzendlosmanschette Rohrabschottung an einem isolierten Rohr bei einer Wanddurchführung montiert.
© Hilti Deutschland AG

Die richtige Lösung für jede Anwendung

Moderne Gebäude enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Rohrleitungssysteme. Ob Trinkwasser, Abwasser, Heizung, Kälteversorgung, Sprinkleranlagen oder industrielle Anwendungen – nahezu jedes Gewerk durchdringt Brandabschnitte und stellt damit besondere Anforderungen an den baulichen Brandschutz. Die fachgerechte Abschottung von Rohrdurchführungen ist dabei eine zentrale Voraussetzung, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern und die geforderte Feuerwiderstandsdauer von Wänden und Decken zu erhalten.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Rohrleitungen aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt werden. Während bei Abwasserleitungen häufig PVC-, PE- oder PP-Rohre eingesetzt werden, kommen bei Trinkwasserinstallationen beispielsweise Edelstahl-, Aluminiumverbund-, HDPE- oder PEX-Rohre zum Einsatz. Hinzu kommen Stahl- und Kupferrohre in Heizungsanlagen, Sprinklersystemen oder technischen Gasinstallationen. Die Auswahl eines geeigneten Brandschutzsystems hängt daher maßgeblich von den eingesetzten Rohrmaterialien und deren Verhalten im Brandfall ab. ´

Brennbare Kunststoffrohre schmelzen oder brennen unter Brandbeanspruchung ab. Dadurch entsteht eine Öffnung im Bauteil, durch die sich Feuer und Rauch auf benachbarte Brandabschnitte ausbreiten könnten. Um dies zu verhindern, werden intumeszierende Brandschutzlösungen eingesetzt. Diese reagieren auf hohe Temperaturen, indem sie aufschäumen und die entstehende Öffnung zuverlässig verschließen. Nichtbrennbare Metallrohre zeigen dagegen ein anderes Brandverhalten. Sie tragen zwar nicht zur Brandlast bei, können jedoch Wärme sehr effektiv weiterleiten. Daher müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden, um eine kritische Temperaturübertragung auf die brandabgewandte Seite zu verhindern. Auch Verbundrohre erfordern besondere Aufmerksamkeit, da sie trotz ihrer Aluminiumschicht aufgrund ihres Kunststoffanteils brandschutztechnisch ähnlich wie brennbare Rohre behandelt werden müssen.

© siehe Bilder

Worauf es bei der Auswahl eines Brandschutzsystems ankommt

Die Auswahl der passenden Rohrabschottung erfolgt nicht allein anhand des Rohrmaterials. Zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen die Anwendbarkeit und Zulässigkeit eines Systems. Bereits in der Planungsphase sollten Rohrdurchmesser, Wand- oder Deckenaufbau, Feuerwiderstandsdauer sowie die vorhandenen Isolierungen berücksichtigt werden. Je nach Gebäude und Nutzung können Feuerwiderstandsanforderungen von 30, 60, 90 oder sogar 120 Minuten erforderlich sein. Ebenso spielen die Bauteilstärken von Wänden und Decken eine wichtige Rolle für die Auswahl des geeigneten Systems.

Darüber hinaus müssen die geometrischen Rahmenbedingungen der Durchführung geprüft werden. Dazu gehören insbesondere die Größe der Öffnung, die Breite des Ringspalts sowie die erforderlichen Mindestabstände zwischen den einzelnen Leitungen. Die Öffnungsabmessungen müssen innerhalb der geprüften und zugelassenen Grenzwerte liegen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass der Ringspalt fachgerecht verschlossen wird, um die Rauchdichtigkeit der Abschottung zu gewährleisten. Auch die Abstände zwischen benachbarten Installationen sind entscheidend, da diese in den Prüfungen und Zulassungen der jeweiligen Systeme festgelegt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Sonderanwendungen. Rohrbögen, schräg verlaufende Leitungen, Installationen in Ecken oder sehr geringe Wandabstände können die Auswahl geeigneter Lösungen einschränken. Deshalb sollten solche Randbedingungen frühzeitig berücksichtigt werden, um spätere Anpassungen oder aufwendige Nacharbeiten auf der Baustelle zu vermeiden.

Auch die verwendeten Rohrisolierungen beeinflussen die Systemauswahl erheblich. In der Praxis kommen Mineralwolle, Schaumglas oder verschiedene brennbare Dämmstoffe zum Einsatz. Neben ihrer brandschutztechnischen Bedeutung erfüllen sie wichtige Funktionen hinsichtlich Energieeffizienz, Schallschutz, Kondensatvermeidung und Temperaturmanagement. Ein geeignetes Brandschutzsystem muss daher stets mit der eingesetzten Isolierung kompatibel sein.

Produktive Lösungen für sichere Rohrabschottungen

Moderne Brandschutzsysteme sollen heute nicht nur die geforderten Brandschutzanforderungen erfüllen, sondern gleichzeitig die Produktivität auf der Baustelle erhöhen. Aus diesem Grund werden zunehmend Lösungen eingesetzt, die eine einfache Installation, geringe Lagerhaltung und hohe Flexibilität bieten.

Für nichtbrennbare Rohre sowie Aluminiumverbundrohre bietet die Brandschutz-Rohrschale CFS-TB ISO eine besonders vielseitige Lösung. Durch ihr breites Zulassungsspektrum kann sie sowohl in Wänden als auch in Decken eingesetzt werden. Der integrierte Sternschnitt reduziert die Anzahl notwendiger Varianten und vereinfacht die Lagerhaltung. Gleichzeitig ermöglicht das System eine schnelle Montage und unterstützt Anwendungen mit geringen Abständen zwischen den Installationen.

Die Hilti Brandschutzbandage CFS-B wurde speziell für die brandschutztechnische Abschottung von nichtbrennbaren Rohrleitungen und brennbaren Leitungen mit Elastomerdämmung entwickelt. Sie ermöglicht eine einfache und wirtschaftliche Ausführung von Rohrabschottungen und verhindert im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch durch feuerwiderstandsfähige Wände und Decken.

Besonders bei Kälte-, Klima- und Sanitäranwendungen kommen häufig metallische Rohrleitungen mit brennbaren Elastomer-Dämmstoffen zum Einsatz. Genau hier spielt die CFS-B ihre Stärken aus: Die flexible Bandage wird direkt um die gedämmte Rohrleitung montiert und sorgt für einen zuverlässigen Brandschutz bei gleichzeitig schlanker Konstruktion und einfacher Installation.

Eine weitere flexible Lösung stellt die Endlosmanschette CFS-C EL dar. Sie eignet sich insbesondere für brennbare Rohrleitungen wie Abwasserrohre, Dachentwässerungen oder Rohrpostsysteme. Dank ihrer Flexibilität lassen sich auch anspruchsvolle Konfigurationen, beispielsweise Rohrbögen oder schräge Leitungen wirtschaftlich realisieren. Zudem deckt die allgemeine Bauartgenehmigung zahlreiche Sonderlösungen an aufgehenden Bauteilen ab. Durch die Rollenware kann ein Produkt für mehrere und verschiedene Rohrdurchmesser eingesetzt werden, wodurch Materialbedarf und Lagerhaltung deutlich reduziert werden.

Mit den oben genannten Systemen können Abschottungen auch bei direkt aneinandergrenzenden Installationen ausgeführt werden. Die geprüften Nullabstände ermöglichen eine maximale Flächenausnutzung und schaffen zusätzliche Flexibilität bei der Planung und Ausführung.

Die erfolgreiche Umsetzung von Rohrabschottungen beginnt daher bereits bei der Planung. Wer Rohrmaterial, Leitungsdimensionen, Isolierungen, Einbausituation und Zulassungsanforderungen frühzeitig berücksichtigt, schafft die Grundlage für sichere, wirtschaftliche und dauerhaft funktionierende Brandschutzlösungen. Moderne Systemlösungen ermöglichen dabei nicht nur ein hohes Sicherheitsniveau, sondern tragen gleichzeitig zu einer effizienteren Ausführung und einer vereinfachten Projektabwicklung bei.

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Hilti ist einer der führenden Anbieter von Befestigungs-, Brandschutz- und Werkzeuglösungen für den Bau und unterstützt Handwerk und Planung mit innovativen Systemen und Services.

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