Nachhaltige Quartiersentwicklung: urbane Vielfalt im Stadtquartier Marienhöfe Berlin
Auf dem rund zehn Hektar großen ehemaligen Bahngelände an der Attilastraße in Berlin-Tempelhof entsteht das neue urbane Stadtquartier Marienhöfe. Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen GOLDBECK realisiert hier elf Wohn- und Geschäftsgebäude mit rund 900 Wohnungen, ergänzt durch Gewerbeflächen sowie ein Quartiersgebäude. Letzteres bildet das soziale und funktionale Zentrum des neuen Stadtteils und bietet unter anderem gemeinschaftliche Einrichtungen wie Fitnessräume, einen Shop sowie weitere quartiersbezogene Angebote, die den Alltag der Bewohner erleichtern und das Zusammenleben stärken. Das Gelände des ehemaligen Mariendorfer Güterbahnhofs ist im Besitz der Familie Semer. Der Bauherr Semer (RS GmbH & Co. Immobilien II KG) hat das Wohnquartier Marienhöfe im Oktober an den Investmentmanager Hines verkauft.
Lebendiges Design mit System
Das Projekt ist ein bedeutendes Beispiel moderner Stadtentwicklung und schafft ein lebendiges, urbanes Quartier mit hoher Lebensqualität. Das Architekturbüro Collignon entwickelte eine Fassadengestaltung, bei der sich verschiedene Materialien und Oberflächen abwechseln. Keramikfliesen, glatte und strukturierte Putzflächen, Metall-Glas-Elemente mit transluzenten Bereichen sowie Holzhybridfassaden greifen dabei ineinander und verleihen den Gebäuden ein lebendiges Erscheinungsbild.
Die Marienhöfe setzen ein Zeichen für hochwertige Architektur in Zeiten hoher Wohnraumnachfrage. GOLDBECKs systematisierte Bauweise ermöglicht eine schnelle Planung und Abwicklung von Wohnraum mit hoher Qualität – und das in Serie. Das Unternehmen fertigt wesentliche Bauelemente industriell in eigenen Werken vor und montiert sie wie in einem Baukastensystem vor Ort. Die ersten Wohnungen sollen 2027 bezugsfertig sein.
Ein urbanes Quartier, das Vielfalt fördert
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Quartiersentwicklung ist die gezielte soziale Durchmischung. Die Marienhöfe kombinieren frei finanzierte, geförderte und seniorengerechte Wohnungen und werden durch soziale Einrichtungen wie eine Kita, betreutes Wohnen sowie gewerbliche und gastronomische Angebote ergänzt. So entsteht ein Quartier der kurzen Wege – alltagsnah, lebendig und gemeinschaftsorientiert. Spielplätze und Parkflächen mit Sportanlagen bieten zusätzliche Aufenthalts- und Begegnungsflächen.
Nachhaltige Quartiersinfrastruktur durch Innovation
Das Mobilitätskonzept setzt auf Nachhaltigkeit: weitgehend autofrei, eine zentrale Fahrradstraße, sichere Wege und eine große Tiefgarage mit 527 Stellplätzen und 186 E-Ladepunkten. Das Quartier richtet sich klar auf klimafreundliche Mobilität aus.
Besonders innovativ: die Energieversorgung. Ein vollständig regeneratives Nahwärmenetz nutzt Abwärme aus einem nahegelegenen Rechenzentrum, ergänzt durch zwei Großwärmepumpen. Das Ergebnis ist ein effizientes, CO₂-armes System, das das Quartier ganzjährig zuverlässig mit Wärme versorgt. Für das Quartier werden Zertifizierungen nach Well (Silber), die DGNB-Gebäudezertifizierung in Gold, sowie die Konformität der EU-Taxonomie angestrebt.
Das neue Stadtquartier Marienhöfe zeigt, wie nachhaltige Wohnraumentwicklung eine lebendige Nachbarschaft fördert und ist damit ein Modell für zukünftige Projekte in der Quartiersentwicklung. Zugleich setzt die markante, qualitativ anspruchsvolle Architektur der Gebäude einen gestalterischen Akzent, der das Quartier auch aus architektonischer Perspektive zu einem besonders attraktiven Referenzprojekt macht.
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