Lichtkonzepte für mehr Sicherheit

Öffentliche Angsträume erkennen und beseitigen

Viele Menschen verspüren in bestimmten Bereichen des öffentlichen Raums ein Unsicherheitsgefühl. Dunkle Parks, unklare Unterführungen oder verlassene Gewerbegebiete am Abend können Ängste hervorrufen und dazu führen, dass solche Orte gemieden werden. Das beeinträchtigt nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern auch die soziale Teilhabe und die Attraktivität von Städten und Gemeinden. Auch leerstehende Gewerbeeinheiten in Fußgängerzonen könnten dadurch mitverursacht sein. Eine Hauptursache für das Unbehagen ist fehlende Orientierung – oft verschärft durch unzureichende oder ungünstig angeordnete Beleuchtung.

Die Beseitigung solcher Angsträume zählt zu den Kernaufgaben moderner Stadtplanung. Durchdachte und intelligente Lichtkonzepte können dabei eine wirkungsvolle Lösung darstellen.

Beleuchtete Straßenleuchte vor einem großen, dunkel wirkenden Gebäude in der Nacht; die Lichtquelle setzt Akzente im ansonsten schwach beleuchteten Stadtraum.
© TRILUX GmbH & Co. KG

Studien belegen: Sicherheitsgefühl in Städten schwindet

Die subjektive Wahrnehmung von Sicherheit im städtischen Raum ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Eine Studie des Landeskriminalamtes Niedersachsen aus dem Jahr 2023 ergab, dass immer weniger Menschen sich nachts sicher fühlen. Waren es 2018 noch 41,5 Prozent, die angaben, sich abends und nachts in ihrer Stadt geschützt zu fühlen, waren es 2023 nur noch 27,3 Prozent. Besonders betroffen sind Frauen: Viele meiden unsichere Orte wie Parkhäuser (55,3 Prozent) oder Unterführungen (80,4 Prozent).

Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig gezielte Maßnahmen sind, um dem wachsenden Unsicherheitsgefühl entgegenzuwirken. Gut durchdachte Lichtkonzepte können hier einen wichtigen Beitrag leisten und helfen, öffentliche Räume sicherer zu gestalten.

Licht als Faktor für Sicherheit – mehr als Helligkeit allein

Das Sicherheitsgefühl hängt nicht nur von der reinen Lichtstärke ab, sondern auch von der baulichen Umgebung und der individuellen Wahrnehmung. Eine standardisierte Beleuchtung oder herkömmliche Leuchten sind daher oft nicht ausreichend, um unsichere Bereiche nachhaltig zu verbessern.

Ein Beispiel: Eine definierte Mindesthelligkeit in einer menschenleeren Unterführung in einem Industriegebiet wirkt anders als im belebten Zentrum einer Stadt. Einfach nur mehr Licht zu erzeugen würde zwar kurzfristig ein Gefühl von Sicherheit erzeugen, könnte aber langfristig Nachhaltigkeitsziele gefährden – durch höheren Energieverbrauch und mehr Lichtverschmutzung. Außerdem schaffen stärkere Lichtquellen nicht automatisch ein angenehmes oder sicheres Umfeld, da sie gleichzeitig auch Schatten erzeugen können.

Effektiver sind Beleuchtungssysteme, die nicht mit maximaler Helligkeit arbeiten, sondern mit gezielter, intelligenter Lichtverteilung. Wenn Licht durch Planung integriert wird, kann es Orientierung schaffen und damit Sicherheit erhöhen.

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Erste praktische Erfahrungen: Projektbeispiel aus Köln

Beim Projekt „Andreaskloster“ in Köln beschäftigte sich TRILUX erstmals intensiv mit dem Thema Angsträume im Außenbereich. Dabei zeigte sich, dass die damals verfügbaren Leuchten und Beleuchtungskonzepte nicht ausreichten, um effektive Lösungen zur Beseitigung unsicherer Räume zu liefern, wenn es um Außenbeleuchtung ging.

Interdisziplinäre Herangehensweise und neue Lösungen

Um dem komplexen Thema gerecht zu werden, wurde intern bei TRILUX eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe gegründet. Dort arbeiten Fachleute aus Stadtplanung, Soziologie, Lichttechnik und Leuchtenentwicklung zusammen. Das Ziel ist, bestehendes Wissen über Angsträume und Außenbeleuchtung zu analysieren und gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten praktikable Lichtlösungen zu entwickeln. Auf diese Weise sollen möglichst schnell neue Beleuchtungskonzepte verfügbar gemacht werden, die zur Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Raum beitragen.

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