Dichtigkeitsprüfsystem beim Flachdach im Holzbau

Flachdach im Holzbau: Warum Prüfbarkeit von Anfang an mitgedacht werden muss

© ILD Group

Flachdächer im Holzbau stellen besondere Anforderungen an den Feuchteschutz.

Der Grund liegt im Material selbst: Holz speichert eingedrungene Feuchtigkeit und gibt sie nur langsam wieder ab.
Während massive Konstruktionen eine kurzfristige Durchfeuchtung teilweise tolerieren, kann sich im Holzbau bereits ein kleiner Wassereintrag langfristig auswirken. Feuchte verteilt sich in Dämmung und Tragwerk, bleibt häufig unbemerkt und führt schleichend zu Schäden – von reduzierter Dämmwirkung bis hin zu mikrobiellen Zersetzung tragender Bauteile.
Damit wird klar: Im Holzbau reicht es nicht aus, Undichtigkeiten irgendwann festzustellen. Sie müssen zuverlässig nachgewiesen werden können – idealerweise frühzeitig.

Dichtigkeitsprüfung mithilfe des Elektroimpulsverfahren als Stand der Technik

Zur Überprüfung von Dachabdichtungen hat sich die elektrische Flächenprüfung nach dem Differenzstromverfahren (EFVM®), auch als Elektroimpulsverfahren bekannt, etabliert.
Die Abdichtung wird befeuchtet und kontrolliert bestromt. Liegt eine Fehlstelle vor, wird sie punktgenau lokalisiert – zerstörungsfrei und auch unter Auflasten wie Begrünung oder Kies.
Das Verfahren ermöglicht die eindeutige technische Aussage:
Die Abdichtung ist dicht – oder sie ist es nicht.

Die konstruktive Besonderheit im Holzbau

Damit dieses Messprinzip funktioniert, braucht es einen geschlossenen Stromkreis unterhalb der Abdichtung.
Holz besitzt jedoch keine ausreichende elektrische Leitfähigkeit, um als Messebene zu dienen.
Ohne zusätzliche leitfähige Schicht ist eine elektrische Dichtheitsprüfung nicht möglich.
Das Dach bleibt später nur eingeschränkt überprüfbar – Undichtigkeiten werden häufig erst erkannt, wenn bereits Folgeschäden entstanden sind.

Lösung: integrierte leitfähige Schicht

Im Flachdach-Aufbau sollte daher dauerhaft eine elektrisch leitfähige Lage in den Dachaufbau integriert werden, ein Dichtigkeitsprüfsystem.
Diese bildet die notwendige Messebene für spätere Dichtheitsprüfungen und macht die Abdichtung über den gesamten Lebenszyklus kontrollierbar – unabhängig von Nutzung, Begrünung oder technischen Aufbauten.
Aus einer einmaligen Bauabnahme wird so ein überprüfbares System.

Ergänzend: kontinuierliche Feuchteüberwachung

Während die Dichtheitsprüfung den punktuellen Nachweis erbringt, ermöglicht kontinuierliche Feuchteüberwachung mithilfe von Monitoring eine fortlaufende Zustandskontrolle.
Insbesondere bei komplexen Dachaufbauten – etwa im Holzbau mit Begrünung, Retention oder Photovoltaik – ermöglicht das, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Eingriffe lokal zu halten.
Mehr zur langfristigen Überwachung von Flachdächern: Monitoring mit ACTIVE SMART

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