Acht Jahre nach Einführung der Abdichtungs-Normenreihe DIN 18531 – 18535 ist im Oktober 2025 eine Überarbeitung der DIN 18534 – „Abdichtung von Innenräumen“ erschienen. Neben der redaktionellen Überarbeitung stehen im Wesentlichen fünf technische Änderungen im Fokus, die Auswirkungen auf die Planung und Ausführung von Untergründen und Abdichtung haben können.
Schnittschutz bei wartungsbedürftigen Fugen
Dichtstofffugen in wasserbeanspruchten Flächen sind je nach Beanspruchung wartungsbedürftig und müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Es besteht beim unsachgemäßen Herausschneiden des Dichtstoffes das Risiko einer Beschädigung der darunter liegenden Abdichtung. Die Verwendung von Schnittschutz, wie dem Sopro SB 113 SchnittSchutzBand und dem Sopro SBG 1187 SchnittSchutzBand Gewebe, ist eine in der Praxis bewährte Methode, um die Abdichtung zu schützen. In der Neufassung der DIN 18534 wird der Einsatz von Schnittschutzsystemen nun klarer geregelt: In den Wassereinwirkungsklassen W1-I und W2-I kann ein Schnittschutz verwendet werden, in W3-I wird er ausdrücklich empfohlen.
Verwendung von bahnenförmigen Abdichtungen (AIV-B) in W3-I
Bislang war die Verwendung von bahnenförmige Abdichtungen im Verbund (AIV-B), wie die Sopro AEB® 640 Abdichtungs- und Entkopplungsbahn, normativ auf die Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W2-I beschränkt. Gemäß der Neufassung der DIN 18534 dürfen AIV-B nun auch in der höchsten Wassereinwirkungsklasse W3-I eingesetzt werden. Die Norm beschränkt die Verwendung in W3-I jedoch auf Wandflächen. Die Verwendbarkeit bei zusätzlich chemischer Beanspruchung (z. B. in gewerblichen Küchen) muss weiterhin durch ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis nachgewiesen werden.
Kapillarsperren und Schwellenausbildung
Eine besondere Herausforderung in der Planung und Ausführung der Abdichtung ist der Übergang von Nass- zu Trockenbereichen. Schäden an Türlaibungen oder angrenzenden, feuchtigkeitsempfindlichen Bodenbelägen sind häufig auf kapillare Feuchtigkeitswanderung durch den Fliesenkleber oder Wassertransport entlang der Boden-/ Wand-Anschlussfuge zurückzuführen. Diese unplanmäßige Ausbreitung von Wasser unter/hinter Nutz- und Belagsschichten wird durch geeignete Maßnahmen, z. B. Abschottungen bzw. Kapillarsperren verhindert. Die Neufassung der DIN 18534 greift diese Thematik durch weitere Hinweise und Vorgaben auf. So ist beispielsweise die Abdichtung im Türdurchgang bis zur Oberkante des Fliesenbelags hochzuführen.
Nachträgliche Perforation der Abdichtung
Nachträgliche Bohrungen in abgedichtete Flächen sind auch in hoch beanspruchten Wandflächen in vielen Fällen unvermeidbar. Da Perforationen der Abdichtung in den Wassereinwirkungsklassen W2-I und W3-I gemäß bisheriger Regelung grundsätzlich als Durchdringungen zu planen waren, lagen Theorie und Praxis meist weit auseinander. Gemäß Neufassung der DIN 18534 ist nun die Verwendung von Dübeln mit abdichtender Funktion, wie der Sopro Verbundabdichtungsdübel, für nachträgliche Befestigungen in W2-I und W3-I zulässig, vorausgesetzt deren Eignung hierfür ist nachgewiesen.
Feuchteempfindliche Untergründe in W2-I
Die Verwendung von feuchteempfindlichen Untergründen, wie z. B. gipshaltige Trockenbauplatten, ist auf die Wassereinwirkungsklassen W0-I und W1-I begrenzt. Gemäß der Neufassung können in W2-I nun auch Untergründe unabhängig von der stofflichen Basis eingesetzt werden, deren Verwendung als feuchteunempfindlicher Untergrund bestätigt wird. Somit können gipshaltige Trockenbauplatten in W2-I zukünftig verwendet werden, wenn ein entsprechender Eignungsnachweis vorliegt.
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